Lithium-Ionen statt Blei-Säure?

Stehenbleiben wo es einem gefällt und so lange man möchte: Das ist der Wunsch der meisten Wohnmobilbesitzer. Der Freiheit wird aber oftmals eine Grenze gesetzt, wenn der für die wichtigen Funktionen im Fahrzeug notwendige Strom zur Neige geht. Rechtzeitig Nachladen ist hilfreich, doch eine ausreichende Speicherkapazität ist ein noch viel wichtigerer Faktor.

Wer längere Zeit ohne Landstromanschluss stehen möchte, braucht genügend Batteriekapazität auf die zurückgegriffen werden kann. Viele Camper setzen auf große Solarkapazität auf dem Dach zum Nachladen der Batterien. Doch diese macht nur Sinn, wenn auch genügend Speichermöglichkeit für den produzierten Strom vorhanden ist. Eine zu kleine Batterie ist bei voller Sonneneinstrahlung schnell voll geladen. Der Solarregler schaltet ab, obwohl mit der Sonne noch viel mehr Strom gespeichert werden könnte. Nachts oder bei bedecktem Himmel fehlt dann die Kapazität für eine längere Standzeit am schönen Stellplatz.

Hohe Kapazität trifft kleines Gewicht

Eine interessante Alternative zu den üblicherweise in Wohnmobilen verbauten Blei-Säure-Batterien sind LiFePO4-Batterien. Gerade bei knappen Stauraum- und Zuladungskapazitäten eröffnen sie ganz neue Perspektiven. Die hohe Entnahmekapazität, kompakte Bauform und ein viel niedrigeres Gewicht im Gegensatz zur konventionellen Batterie, macht diesen Batterietypen zur idealen Bordbatterie. Die im Campingzubehör angebotenen LiFePO4-Batterien bestehen aus einzelnen Zellblöcken, die in einem Gehäuse zusammengepackt sind. Die superkompakten Energieträger bringen gleich noch ihr eigenes Batterie-Management-System (BMS) mit, das Ladung und Entladung der einzelnen Zellen in der Batterie überwacht und dafür sorgt, das immer alle die gleiche Spannung aufweisen.

Hochwertige Lithium-Batterien lassen eine Stromentnahme von bis zu 90 Prozent ihrer Kapazität zu und dazu noch sehr hohe Entladeströme. Das ist bei angeschlossenen großen Wechselrichtern wichtig, die zum Beispiel beim Betrieb einer Kaffee-Pad-Maschine kurzfristig bis zu 150 Ampere ziehen.

Interessant bei diesem Batterietypen ist auch das Ladeverhalten. Im Gegensatz zu Blei-Säure-Batterien können LiFePO4-Batterien mit sehr hohen Ladeströmen nachgeladen werden. Mit einer entsprechend dimensionierten Solaranlage oder einem leistungsfähigen Lade-Booster ist die entnommene Kapazität in relativ kurzer Zeit wieder ergänzt.
Was beruhigt: Reicht zum Beispiel die Sonnenscheindauer einmal nicht zur Vollladung, dann steht in der Regel immer noch genug Kapazität in der Batterie zur Verfügung bis die Sonne wieder scheint. Zu beachten ist, dass LiFePO4-Batterien eine konstante Ladespannung benötigen.

LiFePO4-Batterien erreichen gegenüber Blei-Säure-Batterien eine fünf- bis zehnfache Lebensdauer, was den hohen Anschaffungspreis kompensiert. Nicht nur Besitzer von großen Wohnmobilen, die das Fahrzeug ganzjährig nutzen, setzen auf die hohe Leistung der zukunftsträchtigen Energiespeicher. Van-Besitzer und Camper mit Kastenwagen, die nur sehr wenig Stauraum haben, schätzen die kompakte Baugröße und hohe Speicherkapazität, die sie unabhängig vom Landstromanschluss macht.

Wann lohnt die Umrüstung?

Viele Camper denken über die Umrüstung auf eine Lithum-Ionen-Batterie nach, sind sich aber wegen der hohen Anschaffungskosten nicht sicher, ob sich die Umstellung lohnt. Eines vorneweg: Wer bisher mit seiner Kapazität und den installierten Nachlademöglichkeiten in der Regel gut zurecht kam, sollte beim bestehenden System bleiben.
Wer in der Regel längere Zeit autark steht und die Batterie trotz Solaranlage und Lade-Booster oft über die Hälfte der Kapazität belastet, sollte über einen Wechsel nachdenken. Hier sind die modernen LiFePO4-Batterien klar im Vorteil, denn Flüssigsäure-, Gel-, oder AGM-Batterien sollten generell nicht über 50 Prozent ihrer Kapazität entladen werden. Sonst droht ein vorzeitiger Ausfall.

Lithium-Ionen-Batterien beanspruchen in der Regel das gleiche Volumen im Staufach, bieten aber eine vielfach höhere Abgabekapazität. Außerdem sind sie ungefähr halb so schwer wie Blei-Säure-Batterien. Entscheidend bei der Umrüstungsfrage ist letztendlich wie wichtig die Unabhängigkeit vom Stromnetz auf den Reisen ist. Nimmt sie einen hohen Stellenwert ein, fällt die Entscheidung leicht.

Wann lohnt sich der Umbau auf LiFePO4 Batterien?

Diese Frage stellt sich jeder Wohnmobilbesitzer, der über eine Umrüstung auf die im Vergleich zu Blei-Säurebatterien teureren LiFePO4 Batterien.

Provokativ geantwortet lautet die Aussage: Überhaupt nicht. Jedenfalls nicht für den Standard-Camper, der nur gelegentlich für ein bis zwei Tage ohne Stromanschluss steht. Das Argument, dass diese Batterie 10 Jahre oder länger hält ist zwar beeindruckend, doch eigentlich nur ein Verkaufsargument, wenn das Fahrzeug auch solange selbst gefahren wird. Ins neue Fahrzeug umbauen ist zwar eine nette Vorstellung, aber machen in letzter Konsequenz dann doch die wenigsten.

Das Argument für eine LiFePO4-Batterie ist ein ganz anderes:

“Das Wohnmobil ist mein Hobby. Ich will damit unterwegs sein und auch bei kurzen Fahrstrecken mit einem Booster meine Batterien schnell vollladen. Ich habe meine Kaffeemaschine dabei und vielleicht nehme ich auch noch das ein oder andere Haushaltsgerät mit. Wenn meine Frau föhnt, will ich mir keine Gedanken machen ob sie 5 oder auch 10 Minuten braucht. Ich will über meine komplett eingelagerte Batteriekapazität verfügen. Ob sich die Investition in eine Batterietechnik lohnt ist nicht mein Thema, da ich mir diese Frage auch nicht gestellt habe, als ich mir mein Wohnmobil gekauft habe. Ich bin gerne unbeschwert unterwegs, habe ein funktionierendes System aus Solar, Booster und Lithiumbatterie und das ist auch gut so.” Wer diesen Gedanken nachvollzieht, dem fällt die Entscheidung für die moderne Batterie, mit viel weniger Einschränkungen als bei einer Blei-Säurebatterie, leicht.

Im Outback getestet: Büttner LiFePO4-Batterien

Die Firma Büttner Elektronik ist in der Campingbranche bekannt für ihre ausgereifte Technik. Alle Produkte werden nicht einfach aus dem Sortiment der am Weltmarkt erhältlichen Elektronikprodukte genommen und auf die deutschen Anforderungen angepasst, sondern sind speziell für den Einsatz im Campingbereich entwickelt. So auch die LiFePO4-Batterien, die nicht nur auf Wohnmobile und deren speziellen Anforderungen ausgelegt sind. Sie berücksichtigen auch gleich noch die Abmessungen der Bodenhalterungen, die standardmäßig in den Fahrzeugen verbaut sind. Das macht es einfach, eine im Aufbau vorhandene Batterie zu ersetzen, denn die Hightech-Batterien passen exakt an den vom Aufbauhersteller vorgesehenen Platz. Weiterer Pluspunkt: die Batterie lässt sich dadurch gleich noch an den vorhandenen Haltepunkten ordentlich befestigen.

Aus diesem Grund verwendet Büttner bei der MT LI 80 und MT LI 95 die Standard-Gehäuse, in denen auch AGM und Gelbatterien verbaut sind. Auch die Anschlusspole sind identisch und somit ist der Umbau einfach zu realisieren. Die MT LI 110 und MT LI 180 sind in stabilen und sehr kompakten Batterieboxen untergebracht. Der Anschluss erfolgt hier über M8 Schraubverbindungen.

Höhere Speicherkapazität

Auf den ersten Blick scheint bei gleichen Gehäuseabmessungen in LiFePO4-Batterien weniger oder nur ähnlich viel Stromkapazität vorhanden zu sein, als bei vergleichbaren AGM oder Gelbatterien. Dies relativiert sich ganz schnell dadurch, dass bei der LiFePO4-Batterie die komplett aufgedruckte Strommenge (Ah) auch tatsächlich zur Verfügung steht. Dieser Wert verringert sich auch dann nur unwesentlich, wenn in kurzer Zeit höhere Strommengen (Wechselrichter, Kaffeemaschine usw.) entnommen werden.

Worauf ist zu achten?

Es ist jedoch auch bei LiFePO4-Batterien empfehlenswert die Batteriekapazität im Verhältnis zu den Bordverbrauchern nicht zu klein zu wählen.

Geeignet für:

  • hohe zyklische Belastungen im
  • Reisefahrzeug und Marineeinsatz
  • Solaranlagen und
  • Wechselrichterbetrieb
  • erschwerte Bedingungen

Speziell für Reisemobile entwickelte Lithium-Hochleistungsbatterie, ausgelegt für hohe Entladeströme. Hohe Zyklenfestigkeit und Speicherkapazität, bei einem gleichzeitig geringen Gewicht, zeichnen unsere LiFePO4-Bordbatterien aus.Durch ein speziell abgestimmtes Batterie-Managment-System (BMS) werden die Batterien intern überwacht. Der Betrieb von Wechselrichtern, auch mit höherer Ausgangsleistung, ist problemlos möglich. Das von uns verwendete Batteriegehäuse der MT LI 80 und MT LI 95 entspricht den Abmessungen des bei vielen Reisefahrzeugen verwendeten Batteriekastens bisheriger GEL/AGM-Batterien.

Somit ist es möglich, diese Batterien in eine vorhandene Standard-Halterung einzubauen und durch die verwendeten Rundpole, können die bereits montierten Kabel einfach aufgesetzt werden.

Die Lithium-Power-Batterie ist ein Speichersystem der Zukunft, das von Büttner Elektronik weitergedacht wurde. Schnelle und vollständige Aufladung während der Fahrt durch Booster und BCB wurde genauso bedacht, wie die optimale Aufladung durch die Büttner Solarsysteme, deren Regelung auf Lithium-Betrieb eingestellt werden kann.

Die MT Lithium-Power-Batterien in der Ausführung mit 110 Ah und 180 Ah sind von uns ebenfalls für die Bedürfnisse in Reisefahrzeugen ausgelegt.

Die Entladeströme sind bei diesen Batterietypen entsprechend angepasst.Größere Verbraucher können somit betrieben werden bzw. hohe Kapazitäten gespeichert und vorgehalten werden. Das auch hier speziell abgestimmte Batterie-Managment-System (BMS) überwacht intern die Batterien und ermöglicht, auch bei der Verwendung von nur einer Bordbatterie, den Einsatz eines größeren Wechselrichters um einen leistungsstarken Kaffeeautomaten oder einen Föhn mit 2.000 Watt betreiben zu können.

Die Batteriepole sind bei diesen beiden Ausführungen mit M8 Gewinde ausgeführt, somit können die Anschlüsse direkt aufgeschraubt werden. Auf Nachfrage stehen auch Rundpole zur Verfügung, die ebenfalls aufgeschraubt werden.

Was kann damit betrieben werden?

Selbst bei der kleinsten Ausführung (MT LI 80) ist es möglich mit einem Wechselrichter (z.B. MT 1200SI/SI-N) eine Nespresso Kaffeemaschine oder einen Föhn bis 1.200 Watt zu betreiben. Bereits mit der MT LI 95 können Wechselrichter bis 1.700 Watt eingesetzt werden und bei den beiden Batterien mit 110 Ah und 180 Ah sind Verbraucher (Föhn, Staubsauger, Kaffeeautomat usw.) bis 2.000 Watt kein Problem.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.